| | Rennfreies Wochenende - da Lukas bereits im Vorfeld von den tollen Fahreigenschaften des 29er Bikes geschwärmt hatte, wollte sich André nun selber davon überzeugen und das Niner Testbike aus dem Best-Bike-Parts Shop einem ausgiebigen Test unterziehen. Freitag Abend holte André das Bike bei Lukas ab und mußte sofort feststellen, das ohne Demontage des Vorderrades das Bike nicht in den Kofferaum seines Kombis passt. Kurz zum Bike: Als Basis dient der leichte, stabile EMD Alurahmen von Niner, der ein hohes Maß an Komfort bietet. An der Front ist eine Rock Shox Reba Race mit 80mm Federweg und Lenker Lock Out verbaut. Für 29 Bikes sind 80mm total ausreichend. Sogar der Einbau einer Starrgabel ist eine Überlegung wert. Das Bike rollt zudem auf American Classic Laufrädern (Tubeless mit Dichtmilch u. Maxxis Crossmark). Die restliche Ausstattung entspricht XT bzw. XTR Niveau, damit liegt das Gewicht bei ca. 10,5kg, also ready to Race bis auf den Rizer Lenker mit dem tourenmäßig positiv montierten Vorbau. Samstag Morgen erst einmal die Sitzposition eingestellt. Was sofort auffällt, man hat das Gefühl, das man "im" statt "auf" dem Bike sitzt. Die riesigen Laufrädern sind schon sehr ungewohnt, aber spätestens nach 3 Tagen hat man dies vergessen, zudem vermitteln sehr viel Sicherheit in allen Fahrsituationen. Anschließend ging es dann zur ersten Ausfahrt und sofort einen nassen Wiesenanstieg mit 18% hoch. Hier zeigte sich sofort die unglaubliche Traktion, welche die größeren Laufräder bieten und auch beim anschließenden Downhill fährt das Niner wie auf Schienen um die Kurven. Ich musste schon richtig an der Hinterradbremse ziehen um das Hinterrad zu einem Slide zu bewegen. Unterwegs auf der Trainingsrunde suchte ich mir noch einige schlammige Passagen und Wurzeltrails, aber trotz den Trockenreifen verlor das Niner nie die Bodenhaftung. Tag 2: Die nächste Runde stand auf dem Programm. André fuhr erst einmal auf den Radwegen Richtung Bad Ditzenbach. Hier wollte ich nun mit dem Niner den über 22%-igen Anstieg zur Kreuzkapelle bezwingen. Bereits vor einigen Wochen bin ich hier schon einmal mit dem 26-er MTB hoch gefahren. Ich musste damals sehr darauf achten, das mir das Hinterrad auf den zahllosen lockeren Steinen nicht wegrutscht. Ganz anders sah es nun mit dem Niner aus. Ich fuhr bewußt über die größten Steine und nie drehte das Hinterrad durch und auch das Vorderrad behielt immer Bodenkontakt. Auf Grund der größeren Räder muss das Niner mit 1-2 Gängen kleiner gefahren werden, aber selbst Anstiege mit über 20% sind mit einer Übersetzung 22-34 problemlos zu bewältigen. Weiter führte mich meine Tour Richtung Reussenstein. Hier kannte ich noch einen schönen Singletrail mit zahlreichen Wurzeln u. Steinen. Heute war er zudem noch richtig schön schlammig. So souverän wie ich mit dem Niner hier durchgeheizt bin, war mir das bisher nie möglich. Mit den kleineren 26 Zoll Laufrädern bleibt man sehr oft an den Wurzeln oder Steinen hängen, durch die daraus entstehenden Belastungsspitzen schießt einem das Laktat regelrecht in die Beine. Heute kein Problem, das Niner rollt über alle Hindernisse einfach drüber. Abschließend ging es hinter der Teck noch eine rasante Schotterabfahrt runter. Da ich mich nun an den tollen Grip gewöhnt hatte, lies ich es richtig bergab mit 65km/h richtig krachen. Die Laufruhe der großen Laufräder ist sehr beeindruckend, selbst grober Schotter bringt keinerlei Unruhe in das Bike. Tag 3 bestand aus einer 6,5h Grundlagenrunde. Mit dem Niner lassen sich sehr gut km fressen, egal ob auf Rad- oder Schotterwegen. Zum Schluss der Runde suchte ich mir noch ein paar flowige Trails, die "absolute Schokoladenseite" des 29er. Mit absoluter Laufruhe und Lenkpräzision schießt es durch die Trails, das es einfach nur süchtig macht! Das Fazit nach 3 Tagen und 350km: Das Niner ist ein tolles Bike, welches auf Grund der größeren Laufräder eine überragende Traktion verbunden mit sehr guter Laufruhe und sicherem Handling in allen Fahrsituationen gegenüber seinem 26er Bruder bietet. Von der angeblichen Trägheit der Laufräder ist kaum etwas spürbar, aller höchstens beim Anfahren. Das Einsatzgebiet des 29-er ist dementsprechend sehr groß - vom Tourenbike über den Einsatz in Wettkämpfen bei Marathons, Etappenrennen und Cross Country Rennen bis hin zum Fully Ersatz. Wünschenswert wäre eine andere Übersetzungsanpassung, im Gelände braucht man den größten Gang 44-11 äußerst selten, dafür wäre eine engere Stufung der Gänge von Vorteil. Aber mit den neuen 30 Gang Schaltkomponenten kommt hier bald Abhilfe, z.B. mit einem 42 Kettenblatt und einer Kassette 11-36. | |